Rat der Religionen in Ulm

Herzlich Willkommen!

 

 

 

Stellungnahme zu den schweren Sachbeschädigungen an muslimischen Gebetsstätten in Ulm

In der vergangenen Woche habe mehrere Angriffe auf muslimische Gebetsstätten und Moscheegebäude in Ulm stattgefunden, verbunden mit mutwilliger Sachbeschädigung. Scheiben wurden eingeschlagen: Am 28.01. und am 30.1. in den Räumen der arabischen Moschee, ebenso beim DKBU.

Als Rat der Religionen verteilen wir diese Angriffe auf Gebetsstätten aufs Schärfste. In Deutschland ist die freie Religionsausübung nicht nur Menschenrecht, sondern auch durch unsere Verfassung garantiert.

Am Mittwoch vergangener Woche hatten wir bei einem Treffen der Religionen uns ausgetauscht, über den Beitrag der Religionen zu einem friedlichen Zusammenleben. Impuls war eine Erklärung des internationalen Treffens "Religions für Peace" in Lindau, bei dem alle Teilnehmer folgende Erklärung abgegeben hatten: "Getragen von meiner eigenen Glaubenstradition und im Respekt vor religiösen Unterschieden, verpflichte ich mich zur multireligiösen Zusammenarbeit für den Frieden. Ich werde mit Gläubigen anderer Religionen partnerschaftlich zusammenarbeiten."

Als Rat der Religionen treten wir für gegenseitigen Respekt vor der Glaubenspraxis der anderen ein. Wir versichern den Betroffenen Gemeinden unsere uneingeschränkte Solidarität. Und wir appellieren an alle Ulmerinnen und Ulmer, wachsam zu sein, wo der Respekt voreinander abhanden kommt und sich einzusetzen für ein gutes Miteinander der verschiedenen Religionen, Kulturen in unserer internationalen Stadt.

Februar 2020

Dekan Ulrich Kloos und Rabbiner Shneur Trebnik, Sprecher des Rates der Religionen Ulm

https://www.swp.de/suedwesten/staedte/ulm/ulm_-angriffe-auf-muslimische-gebetsraeume-ulmer-rat-der-religionen-verurteilt-attacken-auf-moschee-gebaeude-43409581.html

  

Weltkonferenz „Religions für peace 2019“ in Lindau

Beobachtungen von Elisabeth Zoll (Redakteurin Südwest-Presse) – vorgetragen beim Ulmer Treffen der Religionen am 29. 1. 2020 in Ulm (Bürgerzentrum Wiblingen)

Im Herbst 2019 trafen sich in Lindau Vertreterinnen und Vertreter von Religionen aus aller Welt, um zu diskutieren, wie Religionen zum Frieden in der Welt beitragen können.

Die Weltkonferenz wurde 1963 gegründet. Sie soll dazu beitragen, Konflikte weltweit im Verständnis von Religion und glauben zu lösen.

Für einige TeilnehmerInnen - so Elisabeth Zoll – bedeutet die Teilnahme in Lindau auch eine persönliche Gefährdung bis hin zur Morddrohung.

Konflikte fielen keineswegs unter den Tisch. Sie wurden ehrlich benannt. In geschütztem Rahmen und z.T. hinter verschlossenen Türen sprachen VertreterInnen aus Ländern mit schweren religiösen Konflikten miteinander, z.B. aus Nigeria, Myanmar, Südsudan, etc.

Ein Bischof aus Nigeria berichtete, dass in Kampfgebieten im Norden bei beim Freitagsgebet Christen die Moscheen schützen und am Sonntag Muslime den Sonntagsgottesdienst der Christen.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Rolle der Frauen. Nur mit ihnen kann nach Auffassung der Konferenz Frieden in einer Gesellschaft ermöglicht werden.

Die Beobachtungen von Elisabeth Zoll machten Mut, zeigten aber auch offene Baustellen an Konflikten und ungeklärter Gewalt.

Die Weltkonferenz in Lindau schloss meiner gemeinsamen Erklärung (www.rfp.org).

https://www.swp.de/suedwesten/_religions-for-peace_-treffen-in-lindau-weltversammlung-_religions-for-peace_-zeichen-des-friedens-32552959.html

 

Verabschiedung Imam Israfil Polat

Bei der Sitzung des Rats der Religionen am 26.11.2019 wurde Imam Israfil Polat als Sprecher der Türkisch Islamischen Kulturvereins verabschiedet. Er verlässt Ulm aus beruflichen Gründen. Er wurde mit einem Buchgeschenk als Dank für seine engagierte Arbeit im Gremium verabschiedet.

Ein Porträt zum Nachlesen über Imam Israfil Polat:

http://migrationnachulm.de/rat-der-religionen-in-ulm-ein-portraet-seiner-arbeit/

  

Stellungnahme zum Anschlag auf die Synagoge in Halle am 09.10.2019

 

v.l. Dekan Ulrich Kloos, Imam Israfil Polat, Rabbiner Shneur Trebnik. 


Als Ulmer Rat der Religionen sind wir entsetzt und fassungslos, dass jüdische Bürger unseres Landes um ihr Leben fürchten müssen.

Ausgerechnet am Jom Kippur wurde auf sie in Halle ein antisemitischer Anschlag verübt. Wir trauern mit den Angehörigen der Opfer, bangen um die Verletzten und stellen uns an die Seite unserer jüdischen Geschwister.

Wir als Rat der Religionen wollen diesmal zeigen, dass etwas anders ist in der deutschen Geschichte: Die jüdischen Gemeinden sind nicht allein gelassen, sondern Sicherheitskräfte, Politik, Religionen und einfach auch engagierte Bürger und Bürgerinnen stehen gegen Hass und Antisemitismus an Ihrer Seite. Diesmal werden es die Antisemiten nicht schaffen, unserer Zusammenleben und unsere freiheitliche Grundordnung zu zerstören. Diesmal nicht!

In der Ulmer Bürgerkirche, dem Ulmer Münster stellen wir eine brennende Kerze auf mit einem Gedenkbuch und der Erklärung des Rates der Religionen daneben.

Für den Ulmer Rat der Religionen

Dekan Ulrich Kloos, Imam Israfil Polat, Rabbiner Shneur Trebnik. 

 

Erster Bundeskongress der Räte der Religonen in Hannover/Frankfurt am 18.09.2018

Eine Presseerklärung dazu:

https://www.bundeskongress-religionen.de/

 

Stellungnahme zum Anschlag auf die IGMG Moscheegemeinde am 19.03.2018

Die Sprecher, Volker Bleil (christliche Gemeinden), Israfil Polat (muslimische Gemeinden) und Shneur Trebnik (jüdische Gemeinde), reagierten schnell und waren besorgt und betroffen angesichts eines möglichen politischen oder religiösen Motivs des Anschlages auf eine religiöse Gemeinde in Ulm.

"Wir verurteilen diese Tat auf das Schärfste. Ganz gleich, was die Hintergründe oder Motive der Täter sein mögen, werden wir Anschläge auf Gebetshäuser unabhängig von Konfession oder Religionsgemeinschaft entschieden entgegentreten. Unterschiede im Glauben dürfen nie Anlass für Gewalt sein. 

 

Die gesamte Stellungnahme, die die Stadt Ulm zusammen mit dem Rat der Religionen abgegeben hat, steht hier zum Download zur Verfügung.

  

um 16.15 Uhr am Brandanschlagsort bei der IGMG Ulm

 

Trauer und Abschied

Wir sprechen unsere Trauer, unsere Mitgefühle und unsere Betrofffenheit über den Verlust unseres Gründungsmitglieds Nihad Smajic (ehemaliger Vorstand des IKC Ulm) am 24. Januar 2018 aus.

Der Tod ist nicht das Ende, sonder das Tor zu einem ewigen Leben. In diesem Sinne möge er ihn Frieden ruhen, in Frieden auferstehen und in Frieden wiederleben.